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Der freie Fall

Auf fünf am Boden liegenden Monitoren wird auf den nach oben gerichteten Bildschirmen der Körper eines liegenden alten Mannes sichtbar. Durch schnitttechnische Manipulation sind die Bilder in einem instabilen Zustand gehalten. Diese Instabilität überträgt sich auf die Wahrnehmung der Figur des alten Mannes. Er scheint in dem Moment gebannt, in dem alles auf der Kippe ist. Die Dauer eines Augenblicks wird ausgedehnt und aufgefächert in verschiedene emotionale Momentaufnahmen. Die Mimik oszilliert zwischen Stolz und Schrecken, die Siegerpose geht in Hilflosigkeit über, in der selbstbewussten Geste tritt Verletzlichkeit zutage. „Die digitale Bearbeitung der Videoaufnahmen – Innehalten, Verlangsamen, Zersetzen und Zerlegen – wiederholt dabei Prozesse, denen ein alter Mensch oft ausgesetzt ist, und verwendet sie zugleich, um eben davon zu erzählen.“ (Annina Zimmermann in Regionartline)

Mit Erwin Müller

Realisation: Max Philipp Schmid
Kamera: Thomas Isler
Sounddesign: Knut Jensen
Künstlerische Mitarbeit und Produktion: Stella Händler

Ausstellungen

Plug-in Haus der elektronischen Künste, Basel 2005

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